TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

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Tolkemiter Nachrichten
Ausgabe Weihnachten 2011

Redaktion: Leo Lindner, Rotbergkamp 7 - 21079 Hamburg, T. 040/7637029
Tolkemit im Internet: Unsere Internet-Adresse lautet: www.tolkemit-online.de oder www.tolkemit.com

Liebe Leser!
Die Tolkemiter Nachrichten erscheinen immer zum Jahresende mit wichtigen Informationen aus der Heimat.
Über das "Schlabbertreffen" und andere Ereignisse wird gesondert berichtet.

In der heutigen Zeit ist es üblich, wenn schon, dann meistens über das neue Medium "Internet" zu berichten. Auch wir sind im Internet sehr gut vertreten! Unter der obigen Adresse hält Helmut Lingner alles Interessante aktuell bereit. Also, wer will, kann weltweit auf die obige Adresse zugreifen , was auch rege geschieht. Alle ältleren Tolkemiter, die nicht im Intenet surfen können, sollten Kinder, Enkel oder Bekannte bitten, gelegentlich einen Ausdruck von unserer Hotline abzurufen.
Was nun aber, wenn man weder die ERMLANDBRIEFE noch DER WESTPREUSSE lesen kann und auch keinen Zugriff auf die auf die Nachrichten im Internet hat? Dann bleien nur die TOLKEMITE NACHRICHTEN:


Welche Fachzeitungen berichten?
Wie bekannt, haben die ELBINGER NACHRICHTEN mit der Dezemberausgabe 2010 ihr Erscheinen eingestellt. Über viele Jahrzehnte war es das Sprachrohr der Elbinger in Kreis und Stadt. Zuletzt hatte Herr Schuch die Allein-Verantwortung für das Blatt, was zu einer Überforderung führte. Da sich eine andere Lösung nicht anbahnte, wird nun eine Teilausgabe vom Organ der Landsmannschaft DER WESTPREUSSE übernommen. Zumindest die Geburtsdaten des Kreises Elbing und damit auch für Tolkemit werden in die monatliche Ausgabe eingeführt.
Für die Tolkemiter sind aber nach wie vor die ERMLANDBRIEFE; die zwar nur vier Mal im Jahr erscheinen, das wichtigste Mitteilungsblatt. Wichtig ist aber generell: Alle Änderungen zu den in meiner Kartei festgehaltenen Daten wie Geburtstage, Anschrifen, aber auch Todesfälle, bitte ich mir unmittelbar mitzuteilen.

Heimatfahrten 2011:
Wie schon im Vorjahr, gab es keine Bus-Gesellschaftsfahrt, wie es über lange Zeit üblich war. Den Grund dafür habe ich bereits früher ausführlich beschrieben. Es ist zum Tell eine Sättigung eingetreten, aber den eigentlichen Grund finden wir einrfach in der Überalterung und der damit verbundenen starke Belastung für eine Reise.
Es ist deshalb meine Pflicht, alle Tolkemiter in die Berichterstattung über das Geschehen in der alten Heimat mit einzubeziehen. Nicht alle Tolkemiter-Reisenden melden sich und lassen auch andere an ihren Erlebnissen teilhaben. Es ist auch festzusstellen, dass sich die Arbeit von Helmit Lingner über unsere Internet-Adresse großer Beliebtheit erfreut. Das Interesse an Tolkemit und unseren aktuellen Berichten ist groß. Seit 2005 wurde die Tolkemit-Homepage von 14.494 "Besuchern" angeklickt; in den vorherigen Jahren entsprechend.

Hier nun einige Augenzeugenberichte aus Tolkmit:
Schon recht früh in diesem Jahr, vom 7. bis 13. Mai, nahm eine Gruppe Tolkemiter aus Lobberich mit Helma Schmitz an einer Reise mit der Firma Busche nach Frauenburg (Hotel Kopernik) teil. Hauptziel war natürlich Tolkemit mit mehreren Tagesaufenthalten bei Bekannten und dem Besuch bei Probst Szczodrowski, dem die Spende der Tolkemiter für die Reparaturen an der Herz-Jesu-Kapelle überreicht wurde. Der Probst hat sich bei mir dafür schriftlich bedankt. Seinen Dank gebe ich hiermit an die Spender weiter. Sicher wird die Kapelle nach der Fertigstellung im kommenden Jahr in einem ganz tollen Glanz erscheinen!

Im August erhielt ich unerwartet einen Anruf aus Tolkemit von Carmen Pfannstiel (Tochter von Paul Heidebrunn, Neukirch-Höhr-Str. 10) mit folgendem Inhalt:
"Herr Lindner, ich stehe in Tolkemit am Hafen und möchte Sie grüßen" Sie hatte eine angedeutete PKW-Reise mit ihrem Mann in die Heimat ihres Vaters vorgenommen. Später hat sie mir mit Begeisterung von Tolkemit und der schönen Landschaft berichtet. Ihr Foto am Hl. Stein in der Wiek werde ich separat zeigen.
Hier am Tolkemiter Hafen gab es nun ein Zusammentreffen mit einem weiteren Tolkemiter Nachkommen. Carmen Pfannstiel wußte nur, dass es sich um einen Mann handelt, dessen Mutter aus Tolkmit stammte und die Stresau hieß und der Musiklehrer sei. Meine Nachforschungen waren erfolgreich. Gefunden habe ich den Sohn von Elenore Geerkens, geb. Stresau, früher Lobberich, die im Februar 2011 leider verstorben ist und der mir Fotos, u.a. vom Besuch des Pfarrers in Tolkemit schickte.
Es waren natürlich noch eine Reihe weiterer Heimat-Reisende unterwegs. Sie sind durchweg mit positiven Eindrücken zurückgekommen. Übereinstimmend berichtete man von mehreren Bemühungen der Verwaltung in Tolkmicko um Strukturverbesserungen und Veränderungen vor Ort. Einiges wurde im Bild festgehalten, was ich separat zeigen werde.

39. Schlabbertreffen in Kaldenkirchen:
Das Schlabbertreffen am 13. 8. 2011 fand in dem bekannten Ablauf statt. Um 10 Uhr gemeinsamer Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Clemens. Im Anschluß daran ein Gedenken an die verstorbenen Tolkemiter am Gedenkstein an der Tolkemiter-Straße. Das anschließende Treffen mit Kaffeetafel und "Schlabbern" im Lokal "Zur Mühle". Die Besucherzahl wurde mit 85 Personen ermittelt. Auch hier gilt der bekannte Trend. Zum Gottesdeinst kommen weit mehr Teilnehmer als zum eigentlichen Treffen. Der Grund liegt einfach darin, dass die älteren und geschädigen Tolkemiter die weiteren Stunden im Lokal nicht durchstehen können. Die Organisation in diesem Jahr lag allein bei Maria Engels geb. Bendrin und ihren Helferinnen, die den Teilnehmern gemütliche Stunden bereiteten.

Ermländertreffen in Werl und Kevelaer:
Diese Treffen wurden wie bisher von Tolkemitern besucht. Auch hier sind seit Jahren drastisch nachlassende Besucherzahlen zu erkennen. Sie haben nichts an Attraktivität verloren, aber die früher mit so großen Gefühlen für einen Zusammenhalt im Glauben wie in der Heimat (es waren richtige Heimattreffen), sind verblaßt. Es fehlen eben die immer weniger werdenden Gläubigen aus der Erlebnisgeneration. Mit dieser Entwicklulng werden alle Wallfahrten/Heimattreffen rechnen müssen.

Meldungen aus Tolkemit:
Auf einem separaten Blatt werde ich über einige Veränderungen in Tolkemit im Bild berichten, damit der Text eine bessere Deutlichkeit erfährt. Die Bilder passen nicht immer ganz in die Reihenfolge der Textangaben. Für die Leser ein gutes Ratespiel "was gehört zu was".
Links zwischen Hafen und Marmeladenfabrik wurden mehrere reetgedeckte Häuschen gebaut. Welchen Zweck sollen sie erfüllen? Der Weg zum Ehrenmal im Erlenwäldchen wurde neu gestaltet - neuer Plattenweg durchs Erlenwäldchen. Ein Kiosk am Badestrand soll folgen. Im Machandelstieg, linke Seite wird ein neues zweistöckiges Haus gebaut. - Schwedenanker immer noch ohne Anker? Gasthaus "Fregatte" am Markt wurde abgerissen - Gedenkstein am Eingang des Friedhofs - Bahnhof verkommt - neue Spielfelder Hanball/Basketball in der Kiesgrube von Kaninski - neue Brücke über Mühlenbach a.d. Alten Burg - Haus Kolberg a.d. Kirche erneuert - Harald Geerkens an der Tolkemiter Orgel - Harald Geerkens und Pfarrer Szcodrowski am Kirchengeläut mit einzelnen Glocken - Carmen Pfannstiel am Heiligen Stein - Neue Gaststätte und Pension Hafenstraße, früher Pavillon - Tolkemit von der Höhe - Tolkemit im Herbst - Oktober im Sturm an der Mole und anderes mehr.
Die Erntedankfeier für die Gesamtgemeinde Tolkmicko fand Ende September in Tolkemit auf einer Bühne (Fundament der "Fregatte") am Markt statt. Jede kleine Gemeinde hatte einen eigenen Kranz dazu hergerichtet. In früheren Jahren hatte die Familie Jablonka den jeweils besten Kranz für Tolkmicko hergestellt. Oben links befindet sich das Foto eines Weihnachtstellers der Firma August Caspritz aus dem Jahre 1944. Dieser Teller wird im Hl. Geist-Museum in Frauenburg ausgestelltl.

Liebe Tolkemiter, liebe Freunde Tolkemits!

Was schlägt uns die Zeit (Stunde)?
Schon in den vergangenen Jahren habe ich meinen Brief zum Jahresende mit dem Thema "Zeit" begonnen. Heute will ich nicht wie bisher Jahrzehnte zurückblicken, sondern die heutige Lage als Ausgangssituation zum Anlaß nehmen. Sobald wir die Medien, d.h. Presse und Fernsehen zur Information heranziehen, werden wir von einer Flut von Horrormeldungen in fast allen Teillen der Welt unterrichtet. Natürlich geht es darum, für unser Geld einen Verdrängungswettbewerb zu führen und müssen Zeitungsseiten und Sendezeiten gefüllt werden. Themen, die vor allen Dingen die ältere Generation beschäftigen, sind dabei untergeordnet, da die Macher meist junge Menschen sind. Was allgemein die Zeit geschlagen hat, zeigt die Uhr unserer Heimatkirche in Tolkemit im August 2011. Es ist zwar nicht "fünf Minuten vor zwölf", aber die angezeigte Uhrzeit ist schon symbolisch gesehen bedenklich und belastet im allgemeinen Lebensfragen beachtlich.

Zuerst machen sich die alten Menschen natürlich Gedanken darüber, wie sie ihre Belange in der Zukunft von der Gesellschaft behandelt wissen wollen. Das sind eigentlich ganz simple Dinge wie z.B. welche Chancen habe ich auf ein sorgenfreies Leben bis zu meinem Tod. Da die Überalterung der Bevölkerung immer weiter fortschreitet, sind damit verbundene Maßnahmen Krankheiten verschiedener Art, noch in den eigenen Wohnungen oder in Heimen zu behandeln und wer kommt für die Kosten auf, ungelöst. Also gibt es in dieser Beziehung noch viel zu tun. Da gilt der berühmte Spruch "nach mir die Sintflut" nicht mehr, sondern der neue Grundsatz muß lauten: "packen wir es an". Das Problemfeld - Sorge für die alten Menschen - schreit dringend nach Lösungen und es ist vielleicht schon mehr als 5 Minuten vor Ablauf der Zeit.

Wir werden fast jeden Tag erschreckt, was sich in unserem Europa der Vaterländer in finanzieller Hinsicht tut. Fast alle Staaten sind überschuldet, einige sogar gefährlich weit fortgeschritten. Auch Deutschland gehört dazu! Was sind Politiker nur "blauäugig". Sie bringen in ihrer Struktur völlig unterschiedliche Staaten in einer Union zusammen, ohne wenigstens die gleichen Grundvoraussetzungen in allen Staaten zu schaffen. Die Alarmglocken haben schon vor vielen Jahren geklingelt, ohne dass etwas Ernsthaftes unternommen wurde. Schuld haben die Politiker! Eigentlich gehören sie wegen Unfähigkeit abgewählt! Staaten, die sich an die Bedingungen der EU nicht halten, sind nicht fähig und müssen in die Pleite gehen.
Wie ist es möglich - auch in Deutschland - ständig mehr Geld auszugeben als man einnimmt. Nur für längerfristige Investitionen mit regelmäßiger Rückzahlung können Schulden gemacht werden. Die bisherigen Gesamtschulden und Zinszahlungen sind nur durch Rückzahlungen von mehreren Generationen zu erfüllen! Oder man geht den Weg der Umschuldung d.h. der Euro hat dann nur noch einen geringeren Wert. Politiker können nicht mit Geld umgehen! Warum wird gegen dieses Übel nicht mit Strenge durchgegriffen.

In der Ausbildung zum "Hanseatischen" Kaufmann habe ich gelernt, dass ich mit fremden Geld immer sorgfältiger umgehen muß als mit meinem eigenen. Dazu gab uns unser Lehrer folgendes Beispiel mit auf den Weg: Wenn ihr in einem Haus in der Mönkenbergstraße im zweiten Stock am Fenster steht und viele 100 Mark Scheine eigenes Geld auf die Straße flattern läßt, werden die Menschen sagen: "das ist ein Verrückter". Aber wehe ihr geht mit fremden Geld nicht sorgfältig um. Das ist eines Kaufmannes würdig. In meinem berufliche Leben hatte ich viel mit fremden Geld zu tun und habe oft an die Worte des Lehrers gedacht.

Schicksalsberichte
Über das generelle Thema, was alte Menschen betrifft, habe ich schon geschrieben. Über zwei Fälle von bekannten Tolkemitern, die im Alter von Krankheiten geplagt werden, will ich hier berichten.
Schon vor einigen Jahren bekam Leo Vollert einen Schlaganfall und ist seither linksseitig gelähmt. Dieser Leo Vollert, den man auf fast jedem Tolkemiter-Treffen begrüßen konnte, ist ein freundlicher Mann, der zusammen mit seiner Frau Olga in Werdohl lebt. Nach der Flucht in Lübeck gelandet, machte er eine Tischlerlehre und gelangte der Arbeit wegen ins Sauerland. Sein Rentnerleben war stets ausgefüllt mit seinem Hobby der Herstellung von Intarsienarbeiten. Viele Tolkemiter erhielten von ihm seine vorzüglich gestalteten Erinnerungsstücke mit heimatlichen Motiven. Nun ist der sonst so agile Mann zum Nichtstun verdammt in einer Pflegeeinrichtung. Noch schlimmer als ihn hat es seine Frau Olga getroffen. Sie ist an Demenz erkrankt und ist zwar in dem gleichen Heim, aber in einem separaten Zimmer ans Bett gebunden. Nur weinige kleine Holzarbeiten hat Leo Vollert in seine Krankheit gerettet, die er mir jeweils zu Weihnachten schickte, siehe Bild:

Intarsienarbeit von Leo

Eine Tolkemiterin mit Herz und Seele ist Margarete (Grete) Boloff geb. Krüger, die in Munderkingen lebt. Wenn es über Tolkemit etwas zu erzählen gab, war es Grete, die alle Nachrichten per Telefon ins Land getragen hat. Auch die Heimatfahrten mit den Tolkemitern waren für sie eine Selbstverständlichkeit. Nach dem Krieg nach Wedel/Holstein verschlagen, hat sie geheiratet und zusammen mit ihrem Mann die Umsiedlung nach Württemberg gewagt. Viele Jahre nach dem Tod ihres Mannes führte sie ihrem Sohn den Haushalt. Grete bekam während eines Telefongespräches einen Schlaganfall. Diesen hat sie leider nur als Pflegefall überlebt. Sie kann weder gehen noch sprechen und lebt in einer Einrichtung in der Nähe ihres Wohnortes. Diesen und allen kranken Tolkemitern viel Mitgefühl und gute Besserung.

In eigener Sache möchte ich allen meinen Dank sagen, die sich an der Arbeit für unsere Heimatstadt beteiligt haben. Bekanntlich gehen zwar die Informationen meistens über das Internet, aber schließlich müssen sie erst einmal dorthin gelangen. Bitte berichtet über die Fahrten in die alte Heimat, am besten mit Fotoss versehen, um alles ielen Interessierten zugänglich zu machen an Helmut Lingner oder mich.

Herzliche Grüße senden wir an alle Tolkemiter und Freunde in aller Verbundenheit. Wie immer, haben wir uns bemüht, die Erinnerung an unsere Heimatstadt Tolkemit wachzuhalten. Danken möchten wir besonders für die gute Zusammenarbeit, für zugegangene Post, Grüße und Nachrichten sowie Spenden. Wir verbleiben mit Wünschen für eine besinnliche Adventzeit, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und gute Gesundheit in 2012.

gez. Gretel und Leo Lindner

Tolkemiter Nachrichten - 2011 Seite 3
Die "Tolkemiter Nachrichten" sind auch in diesem Jahr eine Mischung von Altem, neuem Alten und Berichten aus der Gegenwart, also ein "Tolkemiter Allerlei". Einen besonderen Stellenwert soll dabei die Erinnerung haben. Es gibt noch einiges über Tolkemit zu berichten, packen wir es ans!

Erinnerungen an Probst Hubert Austen:
Im Alter von 22 Jahren, geboren am 26. Mai 1882, wurde Hubert Austen aus Allenstein vom Bischof am 30.10.1904 zum Priester geweiht. Nach mehreren Jahren als Kaplan in Wormditt wurde er zum Seelsorger der Pfarrgemeinde Tolkemit bestimmt. Das geschah 1922, als Pfarrer Mathee von Tolkemit Erzpriester von Guttstadt wurde. Er berichtete, daß er sich in der Gemeinde wohlfühle und er erzählte gerne von Menschen in Tolkemit, denen das Haff und die Schiffahrt ein besonderes Gepräge gebe. In seiner Amtszeit entwickelte sich dank seiner Bemühungen ein gut harmonisierendes Gemeindeleben. In seine Zeit fallen auch bedeudende Neuerungen wie der Aufbau der Gesellenkapelle unter Kaplan Mohn. Für Probst Austen und die Tolkemiter war es eine fruchtbare Zusammenarbeit trotz der schwierigen Zeiten.
Seine Berufung zum Pfarrer in Amsdorf erfolgte 1935 in politisch spannungsgeladener Zeit, dem das Chaos folgte. Er war stets ein Vorbild im Glauben So blieb er auch nach dem Einfall der Russen in Amsdorf und bereitete auch die nach Rußland deportierten Gemeindemitgliede vor ihrer Fahrt in die Zivilgefangenenlager mit der letzten hl. Kommunion auf eine schlimme Zeit vor. Probst Austen wurde von den Russen zunächst verhaftet, bald aber wieder freigelassen und von ihnen sowie später von den Polen bei der Ausübung seiner priesterlichen Tätigkeit nicht behindert.
Zeitweilig hielt sich der "Geistliche Rat" - dieser Titel war ihm während des Krieges verliehen worden - an verschiedenen Stellen im Ermland auf. So in Allenstein (Operation), in Braunsberg als Seelsorger der Katharinen und in Ärnsdorf. Von Mai bis in den Herbst 1947 war er für die verbliebenden Menschen als Seelsorger in Elbing tätig, kehrte dann aber nach Arnsdorf zurück, weil sich sein Gesundheitszustand verschlechterte. Nach einem Schwächeanfall am 7. Januar sss1948 war er - unter der Pflege von drei Schwestern - ans Bett gefesselt. Am 7. Februar ist er im Alter von 66 Jahren sanft eingeschlafen.
Die alten Tolkemiter erinnern sich gerne an diesen großen Kirchenmann. Sie haben ihm viel zu verdanken. Gern ließ er sich mit den Mitgliedern der Gemeinde, ob jung oder alt, fotogrefieren.

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