| 1710 |
Zum ersten Mal wütet die Pest in der Stadt. Die Hälfte der Bevölkerung erlag der Seuche. Die Pestleichen wurden außerhalb der Stadt begraben. Das sogenannte Pestkreuz an der Neukirch-Höher-Allee, welches 1894 erneuert wurde, bezeichnet diese Begräbnisstätte. |
| 1720 |
Errichtung eines Brauhauses auf dem Markt. Es wurde durch den Brand 1767 ebenso wie die Kirche und das Rathaus vernichtet, aber wieder aufgebaut. Der letzte Starost aus der Familie Dzialynski begann 1720 mit dem Bau eines neuen Starostenschlosses. Es wurde später von der Bevölkerung abgerissen. |
| 1772 |
Nach der ersten polnischen Teilung kommt die Stadt an das Königreich Preußen. Die Menschen lebten in dieser Zeit vom Ackerbau und der Fischerei. Die Starostei wird in ein königliches Domänenamt umgewandelt. Zu Tolkemit gehören die Vorwerke Kickelhof, Rückenau und die Dörfer Neukirch-Höhe, Conradswalde, Hütte, Haselau Maibaum und Klakendor. |
| 1793 |
Große Feuerspritze wird angeschafft. 1785 wird die neue Schule in Backsteinfachwerk erbaut. Das neue Rathaus am Markt wird gebaut. |
| 1807 |
Französische Soldaten in der Stadt. 1812/1813 Durchzug von Franzosen und Russen. In dieser Zeit wird Tolkemit durch die Seuchen Typhus, Ruhr und Pest heimgesucht. |
| 1818 |
Tolkemit wird dem neu gebildeten Landkreis Elbing im Regierungsbezirk Danzig in der Provinz Westpreußen zugeordnet. |
| 1832 |
Erste Aphoteke. 1831 und 1848 brach die Cholera aus. Es starben viele Menschen. Weitere Cholera-Epidemien 1855/1857/1866/1894. |
| 1851 |
Erster Stadtarzt. 1855 große Überschwemmung vom Haff aus. Handwerke wie Töpferei und Böttcherei werden in großem Umfang betrieben. Kaviarbereitung und Fischräuchereien, Leinwandweberei, Kalkbrenereien und Ziegeleien sowie Bierbrauereien sind vorhanden. Zudem eine Wasser- und eine Roßmühle. |
| 1861 |
Die evangelische Gemeinde untersteht Frauenburg. Sie erhält 1867 eine Kirche an der Stelle des früheren Fischertores mit Namen "Zum Kripplein Jesus". |
| 1862 |
Mit dem Bau eines Hafens wird begonnen, der 1863 noch erweitert wird. Das hat einen großen Aufschwung der Frachtschiffahrt mit den sogenannten "Tolkemiter Lommen", die auf den ortsansässigen Werften gebaut wurden, zur Folge. |
| 1873 |
Die Chaussee Tolkemit-Cadinen wird gebaut, 1862 die nach Neukirch-Höhe. |
| 1883 |
Große Überschwemmung durch den Ausbruch des Knaggenteiches in Dünhofen. |
| 1901 |
Eisenbahnanschluß durch die Haffuferbahn. Die Katholische Kirche wird zur Kreuzform mit großem Kostenaufwand erweitert. Bau eines Krankenhauses. |
| 1920 |
Der verlorene Erste Weltkrieg führt in Tolkemit zu einer schweren wirtschaftlichen und kulturellen Krise. Langsame Erholung. Erneuter Niedergang durch die Welt-Wirtschaftskrise. Große Arbeitslosigkeit und Armut. Ab 1933 Stabilisierung und Nachlassen der Arbeitslosigkeit. |
| 1935 |
Anlage des Kalinowski-Parks am Hafen. 1936 Gründung einer Keramikwerkstätte. Späterer Name "Tolkemiter Erde". Bau der Freilichtbühne und Aufführungen in den Jahren 1936 - 1939. Siedlungsbau Neukirchhöher Straße, Grenzbach-Siedlung, Neuer Weg, Sudeten- und Memeler Straße. |